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Lagerbericht Oberstufe

5. September 2019

Startlager der Oberstufe Sommertal im Entlebuch

Gipfelstürmer und Spürnasen

Zum Start ins neue Schuljahr verbrachte die Oberstufe Sommertal eine Woche in Flühli (LU). Das Ziel des Lagers war es, sich gegenseitig und das System der Oberstufe kennenzulernen. Es war eine gelungene Woche mit mehr Wetterglück als erwartet.

Der Start ins Lager begann regnerisch und grau. Doch zum Glück stand zuerst eine lange Zugfahrt an, womit man von den Wetterkapriolen noch eine Weile verschont blieb. In Schüpfheim hiess es dann umsteigen auf das Postauto, welches für die 48 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrpersonen – allesamt mehr oder weniger schwer beladen – gleich einen Extrawagen mit Anhänger schickte. Auf einer Panoramastrasse ging es weiter nach Flühli und dann noch zu Fuss hoch zum Lagerhaus «Rothornblick». Das Holzhaus bot reichlich Umschwung mit Tischtennistisch und Basketballfeld, was natürlich so bald wie möglich getestet und in Betrieb genommen wurde.

Der erste ganze Tag im Lager begann so, wie der vorherige aufgehört hatte: grau und feucht. Den Vormittag verbrachten die Lernteams mit Kennenlern- und Kooperationsspielen. Da der Regen dann aber aufhörte, stand auch der geplanten Wanderung zum «Chessiloch» (Wasserfall) nichts mehr im Wege. Unterwegs führte der Pfad an einer Schwefelquelle vorbei, deren Wasser früher für Heilbäder genutzt wurde. Bei den Schülerinnen und Schüler führte die Schwefelquelle jedoch eher zu Nasenrümpfen als zu wundersamen Heilungen. Beim «Chessiloch» erwartete die Wandergruppe bereits der Duft von gebratenen Würsten, die das Küchenteam unter der Leitung von Gabi Brunner zubereitet hatte. Nach der Stärkung ging es entlang der Emme zurück ins Dorf und hinauf zum Lagerhaus, wo sich die Oberstufe anschliessend zu einem Jassnachmittag versammelte. Die Schülerinnen und Schüler lernten verschiedene Jassarten kennen – von Schellenjass über «Hosenabe» bis zu «Banduhre» war alles dabei. Am Abend genossen die Jugendlichen ihre Freizeit bei Sport und Spiel – das Angebot «Kinoabend» wurde wegen mangelnder Nachfrage kurzerhand aus dem Programm gestrichen. Stattdessen konnte die Leinwand dazu genutzt werden, das Spiel der Schweizer Faustballnationalmannschaft zu verfolgen.

Am Mittwoch reiste die Oberstufe nach Luzern, wo sie für den «Foxtrail» – eine moderne Schnitzeljagd – angemeldet war. In kleinen Gruppen mussten die Schülerinnen und Schüler Spürsinn und Kombinationsfähigkeit beweisen und den Weg von einem Hinweis zum nächsten finden. Entschlüsselte man die Aufgaben nicht richtig, geriet man schnell auf den falschen Weg. Meist konnte der Fehler jedoch rasch erkannt und der richtige Kurs gefunden werden. Auf unterschiedlichsten Wegen waren die acht Gruppen so rund um Luzern unterwegs, teilweise sogar mit Schiff, Fähre oder altehrwürdiger Standseilbahn. Die letzte Aufgabe war für alle Gruppen gleich: Sie mussten vor dem Theatergebäude ein Gruppen-Selfie aufnehmen und dadurch ihren Foxtrail beenden. Über die restliche Zeit bis zur Heimreise durften die Jugendlichen frei verfügen und so mischten sie sich in die bunte Menge der Luzerner Tagestouristen. Am Abend im Lagerhaus durfte natürlich auch der traditionelle «Kampf der Farben» im Wer wird Millionär? nicht fehlen. Dieses Jahr hatte die Lerngruppe «orange» die Nase vorne und gewann den Kampf mit knappem Vorsprung.

Der Donnerstag begann mit Prachtwetter – das kam der Lagergruppe äusserst gelegen. Denn an diesem Tag stand der sportliche Höhepunkt der Woche auf dem Programm: eine Wanderung auf das Rothorn. Klar, dass dies nicht fehlen durfte, wenn das Lagerhaus schon «Rothornblick» hiess. Bei der Talstation der Seilbahn in Sörenberg, dem Ausgangspunkt der Wanderung, trennten 1100 Höhenmeter die Oberstufe vor ihrem Ziel, dem Gipfel des Rothorn. Der Weg ging stetig und im Zickzack nach oben, nicht gerade das Lieblingsprogramm der meisten Jugendlichen. Doch nach knapp zwei Stunden konnte bereits das Etappenziel «Eisee» erreicht werden, wo eine lange Mittagspause eingelegt wurde. Ein paar hartgesottene Jungs und Mädchen wagten sogar einen Sprung in den kalten Bergsee. Vom Eisee aus ging es streckenmässig nicht mehr so weit, jedoch hatte es dieser Abschnitt in sich. Mit gegenseitiger Motivation und einigen Trinkpausen konnte auch die letzte Etappe bezwungen werden. Auf dem Gipfel stimmten einige Schülerinnen und Schüler ein Zäuerli an, während andere die Aussicht genossen oder sich über ihre Leistung freuten. Als Belohnung gab es anschliessend an die strenge Wanderung einen Besuch im Hallenbad Sörenberg. Dort trafen die Schülerinnen und Schüler zufällig den Schwinger Joel Wicki an und nutzten die Gelegenheit gleich, um sich ein Autogramm zu holen.

Dann hiess es schon bald wieder Koffer packen. Nach einem letzten Abend im Lagerhaus (es wurde fleissig gejasst und gespielt) konnten die Jugendlichen am Freitagmorgen ein bisschen länger schlafen. Dann musste das ganze Haus geputzt und auf Vordermann gebracht werden. Dies ging so zügig vonstatten, dass am Schluss nochmals Zeit blieb, die Lehrer im Pingpong zu bezwingen. Auf dem gleichen Weg wie bei der Hinreise ging es dann zurück nach Schwellbrunn, wo der Extrabus voll beladen, aber sogar einige Minuten zu früh ankam. Kurz danach brachte der Teambus der Schweizer Handmäh-Delegation auch den frischgebackenen Europameister Tobias Tobler nach Hause, der wegen des Wettkampfs nicht am Lager teilnehmen konnte – was sich aber offensichtlich gelohnt hatte, herzliche Gratulation!

Gipfelziel